Schneeweiß und hochbedroht: Bärenstummelaffe geboren
Für den Zoo Duisburg ist es bereits das zweite Jungtier der gefährdeten Tierart innerhalb eines Jahres. Revierleiter Alexander Nolte ist mit der bisherigen Aufzucht sehr zufrieden.
Duisburg
Der Zoo Duisburg freut sich über die Geburt eines kleinen Bärenstummelaffen (*08.06.2025). Für das Pfleger-Team ist die Nachzucht ein großer Erfolg, denn es ist bereits das zweite Jungtier der hochbedrohten Affen-Art, was in diesem Jahr am Kaiserberg aufwächst. Parallel engagiert sich der Zoo Duisburg für den Erhalt von Bärenstumme-Affen in Afrika.
Kleiner Bärenstummelaffe ist ein Weibchen
Revierleiter Alexander Nolte ist die Freude über den jüngsten Nachwuchs anzusehen. „Das kleine Weibchen ist putzmunter und wird von Tag zu Tag agiler“, berichtet der erfahrene Tierpfleger. Stets an der Seite des Jungtieres ist Affen-Weibchen ‚Kess‘. Für das erfahrene Weibchen ist es bereits das sechste Jungtier. „Sie kümmert sich mit viel Routine um die Kleine“, so Nolte weiter.
Besondere Fellfarbe: Das Jungtier ist schneeweiß
Kleine Bärenstummelaffen sind – anders als die erwachsenen Tiere – bei der Geburt schneeweiß. Die auffällige Fellfarbe hat einen ernsten Hintergrund, denn es ist eine Art natürliche Lebensversicherung. Alexander Nolte erklärt: „Bei Gefahr sammeln die Familienmitglieder den weißen Nachwuchs ein und bringen ihn in Sicherheit. Egal, ob es das eigene Jungtier ist oder nicht. Wir nennen so etwas ‚Tantenverhalten‘“.
Weltweit erfolgreichste Haltung
Seit 1967 hält der Zoo Duisburg die seltenen Bärenstummelaffen. In den vergangenen Jahrzehnten sind mittlerweile 55 Jungtiere am Kaiserberg geboren worden. Damit gehört der Zoo Duisburg weltweit zu den erfolgreichsten Haltern der Art. Dennoch ist jede Geburt für Nolte und seine Kollegen immer wieder ein sehr bewegendes Ereignis mit ausgesprochen großer Bedeutung. „Jedes Jungtier ist wichtig, um den Bestand dieser bedrohten afrikanischen Primatenart in Menschenobhut zu stützen und das macht uns sehr stolz“, betont der Tierpfleger.
Erhalt der Art wird von Duisburg aus koordiniert
Während die Bestände in den Regenwäldern Westafrikas stark gefährdet sind, sind die Bärenstummelaffen in Duisburg vor Wilderei und Lebensraumverlust geschützt. Von Duisburg aus koordiniert das Zoo-Team den Erhalt der Bärenstummelaffen in den europäischen Zoos im Rahmen des sogenannten Erhaltungszuchtprogramms – kurz ‚EEP‘. „Die Aufgabe des EEP liegt darin, passende Zuchtgruppen zusammen zu stellen und eine zukunftsfähige Population in Menschenhand aufzubauen“, erklärt der zoologische Leiter Oliver Mojecki.
Artenschutz in Afrika: Zoo Duisburg trägt Verantwortung
Ursprünglich leben Bärenstummelaffen in tropischen Regenwäldern Westafrikas. Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes sowie der zunehmenden Nutzung und Abholzung der Regenwälder stuft die IUCN Bärenstummelaffen mittlerweile als „stark gefährdet“ ein. Zum Schutz von Primatenarten engagiert sich der Zoo Duisburg gemeinsam mit der West African Primate Conservation Action (WAPCA) und dem Taï Monkey Project im afrikanischen Taï Nationalpark an der Elfenbeinküste. Das ehrgeizige Ziel ist es, in den nächsten Jahren die Aktivitäten zum Schutz des östlichen Teils des Nationalparks auszuweiten. Denn trotz dem Schutzstatus des Gebietes sind Wilderei, illegaler Bergbau und Holzeinschlag an der Tagesordnung. Eine zentrale Rolle zum Schutz des Regenwaldes spielt insbesondere der Aufbau einer Forschungsstation sowie weitere Maßnahmen.
Über den Taï-Nationalpark
Der Taï-Nationalpark ist seit 1982 UNESCO-Weltnaturerbe. Mit einer Fläche von rund 5.500 Quadratkilometern ist er der letzte große, zusammenhängende Regenwald in Westafrika. Das Gebiet ist Heimat von zahlreichen hochbedrohten Tierarten: Neben Bärenstummel-Affen leben hier Waldelefanten, Zwergflusspferde, Schimpansen, Rote-Stummelaffen und Dianameerkatzen. Allein acht der zwölf hier lebenden Primatenarten sowie über die Hälfte der 1.200 bisher bekannten Pflanzenarten kommen nur im Taï-Nationalpark vor.